Als wir im Internet zufällig auf den Hilferuf eines niederländischen Studenten stießen, der Informationen über den ihm völlig unbekannten Komponisten suchte, waren wir zunächst überrascht. Dass sich irgendwer heute mit unserem Urgroßvater, einer lokalen Musikergröße aus Magdeburg (1872 - 1946), beschäftigen könnte, und sei es nur Dank eines Dozenten, der seinen Studenten gern knifflige Aufgaben aufbrummt, hätten wir nicht vermutet. Recherchen ergaben, dass Adolf Huber heute international gespielt wird. Aus seiner Tätigkeit als Violin- und Klavierpädagoge heraus entstanden zwischen 1890 - 1946 etliche Musikstücke für musikalische Laien - Musik für den kleinen Rahmen. Wir fanden Spuren in Deutschland, Polen, Schweden, Australien und den USA. Erfreut hat uns, dass erst vor Jahren eines seiner Schüler-Concertinos auf eine CD mit Klassikern der Violin-Schülerliteratur mit aufgenommen wurde. Um weiteres Interesse an seiner Musik zu wecken und Interessierten einen Anlaufpunkt zu geben, wurde diese Homepage erstellt, die nach und nach noch vervollständigt wird. Wir freuen uns über Anregungen, Hinweise und Informationen und wünschen allen Besuchern viel Spaß beim Blättern.

Geboren am 13.11.1872 in Magdeburg als Sohn des selbständigen Konditors Gustav Adolph und der Cäcilie Huber (geb. Weißenborn), wuchs er in 2.Ehe auf. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt an Lungenentzündung. Seine ältere Schwester Emilie wurde 1867 geboren. Nach der Schulzeit ging Gustav Adolf Huber auf das Conservatorium in Leipzig, später auch Weimar und studierte Musik. Später hatte er in Schweden eine Anstellung als 2. Geiger. In dieser Zeit liebte er das etwas "lose" Studentenleben, zog in Schweden von Gutshof zu Gutshof und gab mit einem Komilitonen Konzerte (Violine/Klavier). Später war er dann an einem Theater in Leipzig oder Weimar angestellt. Gustav Adolf Huber heiratete am 17.10.1903 die Agnes Pauline Emma Leißner, geboren am 28.7.1872. Beide schenkten 2 Kindern das Leben. Ihr Sohn Hans Max Adolf Huber wurde am 19.4.1907 geboren und ihre Tochter Ruth erblickte am 6.12.1909 das Licht der Welt. Seit seiner Heirat 1903 arbeitete Vater Gustav Adolf Huber als Privatmusiklehrer und unterrichtete in den eigenen Räumen in der Scharnhorststraße in Magdeburg. Seine Schüler waren vorrangig Erwachsene aus "gutem Hause" und somit auch etliche jüdischer Konfession. Nebenher komponierte und arrangierte er und schrieb zB. Opern um, damit sie in etwas einfacherer Form auch von Schülern dargebracht werden konnten (meist Klavier und Geige). Das gesammelte Werk umgeschriebener Opern hieß "Opernsaal" und erschien zu damaliger Zeit beim Eulenburg-Verlag in Leipzig. In jedem Jahr gab es ein Schülerkonzert mit allen seinen Schülern (30-35). In den 30-ger Jahren wurde Adolf vom Musikerverband nahegelegt, keine jüdischen Schüler mehr zu unterrichten. Da aber die Familie Huber eine wohl im weitesten Sinne "unpolitische" Familie war hielt er sich nicht daran, sondern besuchte einfach die jüdischen Schüler zu Hause, um nicht auffällig zu werden. Mit den Jahren verschwand auf bekannte Weise ein größerer Teil seiner Schüler und somit musste auch die Familie jeden Pfennig umdrehen, um über die Runden zu kommen. Zum Glück wurde Gustav Adolf auf Grund eines Herzleidens weder zum Wehrdienst, noch zum Volkssturm gerufen, evakuierte aber ca. 1943 mit seiner Frau Agnes nach Thürmsdorf bei Dresden. Kurz vor Ende des Krieges hatte Gustav Adolf mit 71 Jahren einen Schlaganfall und konnte nach der Rückkehr in die Scharnhorststraße 8 nicht mehr unterrichten. Mit viel Glück hatte man die schweren Fliegerangriffe auf Magdeburg und auch Dresden nicht am eigenen Leibe erfahren müssen und nun war auch das Haus als eines der wenigen fast unbeschadet geblieben. Zwar hatte sich Adolf Huber wieder recht gut von seinem Schlaganfall erholt, trotzdem verstarb er am 1.11.1946 an seinem schwachen Herzen.